Brennstoffe

Stückholz

Stückholz ist der ursprünglichste und traditionsreichste Holzbrennstoff. Es wird in Form von Scheiten unterschiedlicher Länge eingesetzt und eignet sich sowohl für Cheminées und Öfen als auch für Stückholzheizungen. Wer mit Stückholz heizt, schätzt die Nähe zur Natur, die regionale Wertschöpfung und die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern.

Herstellung

Stückholz stammt aus der nachhaltigen Bewirtschaftung unserer Wälder. Nach der Holzernte wird das Rundholz auf die gewünschte Länge zugeschnitten und je nach Bedarf gespalten. Für eine optimale Verbrennung muss das Holz anschliessend während ein bis zwei Jahren trocknen, bis der erforderliche Feuchtigkeitsgehalt erreicht ist.

Arten und Qualitäten

Stückholz ist in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich. Üblich sind Scheitlängen von 25, 33, 50 oder 100 cm. Je nach Feuerungsanlage kommen verschiedene Holzarten und Formate zum Einsatz. Entscheidend für eine hohe Energieeffizienz sind eine gleichmässige Qualität und ein ausreichend tiefer Feuchtigkeitsgehalt.

Anforderungen

Für einen effizienten und emissionsarmen Betrieb darf nur geeignetes und naturbelassenes Holz verwendet werden. Die Anforderungen an die zulässigen Brennstoffe sind in der Luftreinhalte-Verordnung geregelt. Besonders wichtig sind ein tiefer Feuchtigkeitsgehalt sowie die Verwendung von unbehandeltem Holz.

Lagerung

Stückholz muss trocken und gut belüftet gelagert werden. Idealerweise erfolgt die Lagerung geschützt vor Niederschlägen, jedoch mit ausreichender Luftzirkulation. Eine fachgerechte Lagerung stellt sicher, dass das Holz vollständig trocknen kann und später sauber und effizient verbrennt.

Beschaffung

Stückholz kann direkt bei Forstbetrieben, Landwirten, Forstunternehmen oder regionalen Holzlieferanten bezogen werden. Aufgrund der regionalen Verfügbarkeit sind die Transportwege kurz und die Versorgung langfristig gesichert.

Holzschnitzel

Holzschnitzel sind ein regionaler und erneuerbarer Holzbrennstoff, der aus Waldholz, Landschaftspflegeholz oder Restholz der Forstwirtschaft hergestellt wird. Sie eignen sich besonders für mittlere und grosse automatische Heizungsanlagen wie Wärmeverbunde, öffentliche Gebäude, Landwirtschaftsbetriebe oder Gewerbebetriebe. Dank kurzer Transportwege und lokaler Wertschöpfung leisten Holzschnitzel einen wichtigen Beitrag zur regionalen Energieversorgung.

Herstellung

Holzschnitzel entstehen durch das Zerkleinern von Energieholz mit speziellen Hackmaschinen. Das Holz kann direkt nach der Ernte verarbeitet oder zunächst im Wald beziehungsweise auf einem Lagerplatz zwischengelagert und natürlich vorgetrocknet werden. Durch diesen Prozess werden Holzressourcen genutzt, die für andere Anwendungen oft nicht geeignet sind.

Arten und Qualitäten

Holzschnitzel werden klassifiziert und unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Grösse, Holzart und ihres Wassergehalts. Je nach Heizungsanlage kommen unterschiedliche Qualitätsklassen zum Einsatz.

Für einen effizienten und störungsfreien Betrieb sind eine gleichmässige Brennstoffqualität sowie ein möglichst konstanter Feuchtigkeitsgehalt entscheidend. Die Qualität beeinflusst direkt den Energieertrag, die Emissionen und die Betriebskosten einer Anlage.

Anforderungen

Damit Holzschnitzel sauber und effizient verbrannt werden können, müssen sie bestimmte Qualitätsanforderungen erfüllen. Besonders wichtig sind ein geeigneter Wassergehalt, eine zur Anlage passende Körnung sowie eine möglichst geringe Verunreinigung durch Fremdstoffe.

Der verwendete Brennstoff sollte stets den Anforderungen des Heizungsherstellers und die gesetzlichen Vorgaben entsprechen.

Lagerung

Die Lagerung spielt bei Holzschnitzeln eine zentrale Rolle. Sie dient nicht nur der Versorgungssicherheit, sondern ermöglicht auch eine weitere Trocknung und Homogenisierung des Brennstoffs.

Lagerplätze sollten ausreichend belüftet sein und so dimensioniert werden, dass sie den jährlichen Bedarf effizient abdecken. Eine gute Lagerorganisation trägt wesentlich zur Brennstoffqualität und Wirtschaftlichkeit bei.

Beschaffung

Für die Beschaffung von Holzschnitzeln bestehen verschiedene Versorgungskonzepte. Die Anlieferung kann direkt aus dem Wald erfolgen oder über regionale Zwischenlager organisiert werden. Oft werden beide Systeme kombiniert, um eine hohe Versorgungssicherheit während des gesamten Jahres zu gewährleisten.

Dank regionaler Lieferketten stehen Holzschnitzel praktisch in allen Regionen der Schweiz zuverlässig zur Verfügung.

Pellets

Holzpellets sind kleine, zylinderförmige Presslinge aus naturbelassenem Sägemehl und Hobelspänen der holzverarbeitenden Industrie. Sie ermöglichen ein nahezu CO₂-neutrales Heizen mit dem Komfort einer automatischen Heizungsanlage. Dank ihrer hohen Energiedichte, der gleichmässigen Qualität und der sauberen Verbrennung gehören Pellets heute zu den effizientesten Holzbrennstoffen.

Herstellung

Holzpellets werden aus Sägemehl und Hobelspänen hergestellt, die unter hohem Druck zu kleinen Presslingen verdichtet werden. Dabei werden keine zusätzlichen chemischen Bindemittel benötigt. Durch die standardisierte Produktion entsteht ein homogener Brennstoff mit konstant hoher Qualität und einem geringen Ascheanteil.

Arten und Qualitäten

Holzpellets sind genormte Brennstoffe mit definierten Qualitätsanforderungen. Die Qualität beeinflusst den Energieertrag, die Emissionen und die Lebensdauer der Heizungsanlage. Zertifizierte Pellets garantieren eine gleichbleibend hohe Brennstoffqualität und einen zuverlässigen Betrieb.

Anforderungen

Für einen effizienten und störungsfreien Betrieb sollten ausschliesslich Pellets verwendet werden, die den geltenden Qualitätsstandards entsprechen. Eine hohe Brennstoffqualität reduziert den Wartungsaufwand und sorgt für eine optimale Verbrennung mit geringen Emissionen.

Lagerung

Pellets benötigen einen trockenen und sauberen Lagerraum. Aufgrund ihrer hohen Energiedichte ist der Platzbedarf vergleichsweise gering. Die Lagerung erfolgt je nach Anlagengrösse in einem separaten Pelletlager, einem Silo oder einem Gewebetank. Von dort werden die Pellets automatisch zur Heizung transportiert.

Beschaffung

Die Versorgung mit Holzpellets ist in der Schweiz ganzjährig sichergestellt. Pellets werden in verschiedenen Gebindegrössen angeboten:

  • Säcke à 15 bis 25 kg
  • Big Bags von 500 bis 1'000 kg
  • Lose Anlieferung per Silofahrzeug

Je nach Verbrauch und Lagerkapazität kann die passende Lieferform gewählt werden.

Einsatzgebiete

Pellets eignen sich für Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser sowie grössere Gebäude. Moderne Pelletheizungen arbeiten vollautomatisch und bieten einen vergleichbaren Komfort wie Öl- oder Gasheizungen. Aufgrund der sauberen Verbrennung und des geringen Platzbedarfs sind sie besonders in dicht besiedelten Gebieten eine attraktive Lösung.

Feste Biomasse

Der Begriff «feste Biomasse» umfasst eine Vielzahl organischer Materialien. Als Brennstoffe kommen insbesondere Rückstände aus der Forstwirtschaft, der Landwirtschaft und der Lebensmittelindustrie infrage.

Je nach Material sind Sammeln, Sortieren, Zerkleinern, Sieben und Trocknen erforderlich. So entsteht ein möglichst gleichmässiger Brennstoff, der sich für eine automatisch beschickte Heizanlage eignet.

Herstellung

Holz aus der Forstwirtschaft und der Landschaftspflege stammt beispielsweise aus Waldrestholz oder dem Heckenschnitt. Stroh, Schalen und Kerne fallen in der Landwirtschaft oder der Lebensmittelverarbeitung an.

Nach dem Sammeln wird das Material sortiert, gehäckselt oder gemahlen. Bei Bedarf wird es gesiebt, um grobe Bestandteile und Verunreinigungen wie Erde zu entfernen. Häufig trocknet es anschliessend im Freien, unter Dach oder in einer Trocknungsanlage. Ziel ist ein gleichmässiger, gut förderbarer Brennstoff, der in automatischen Beschickungssystemen zuverlässig nachfliesst.

Arten und Qualitäten

Gängige Formen sind Hackschnitzel aus Waldrestholz, Häckselstroh, Samenschalen und verschiedene zerkleinerte Pflanzenreste.

Wie sich ein Brennstoff bei der Verbrennung verhält, hängt von mehreren Eigenschaften ab: etwa vom Wassergehalt, der Korngrösse, der Schüttdichte, dem Heizwert, dem Aschegehalt sowie gegebenenfalls vom Stickstoff- und Schwefelgehalt. Ist das Material zu feucht, zu fein oder verunreinigt, sinkt der Wirkungsgrad. Zudem können sich Ablagerungen im Feuerraum bilden und bei der Verbrennung vermehrt Schlacke und Schadstoffe entstehen.

Anforderungen

Für Holz aus der Forstwirtschaft und der Landschaftspflege gelten die Anforderungen an Holzbrennstoffe gemäss Anhang 5 der Luftreinhalte-Verordnung (LRV).

Andere Arten fester biogener Biomasse, darunter landwirtschaftliche Rückstände, gelten als Abfälle. Für sie ist Anhang 2 Ziffer 7.4 der LRV massgebend. Er enthält spezifische Emissionsgrenzwerte und beschränkt ihre Verwendung auf Anlagen mit einer Feuerungswärmeleistung von mehr als 70 kW.

Lagerung

Hackschnitzel aus Waldrestholz und Stroh sollten unter Dach auf entwässertem Boden und in gut belüfteten Haufen gelagert werden. Eine atmungsaktive Abdeckung kann anstelle einer Lagerhalle Regenwasser abhalten und zugleich Feuchtigkeit entweichen lassen. Die gleiche Brennstoffqualität wie bei einer Lagerung unter Dach wird damit jedoch häufig nicht erreicht. Ab einem Wassergehalt von etwa 30 % können Gärung, Schimmelbildung und Materialverluste auftreten.

Beschaffung

Für Hackschnitzel aus Waldrestholz kommen Forstbetriebe und Forstreviere als Ansprechpartner infrage, für Stroh und Schalen landwirtschaftliche Organisationen.

Die gewünschte Qualität sollte mit dem Lieferanten genau festgelegt werden, insbesondere Korngrösse, Wassergehalt und Heizwert. Grundlage dafür sind Analysen repräsentativer Proben. Vor dem Einsatz sollte zudem mit dem Hersteller der Heizanlage geklärt werden, ob der Brennstoff geeignet ist und welche Verbrennungsparameter einzuhalten sind.

Altholz

Auch als Gebrauchtholz, Recyclingholz oder Holzabfall bezeichnet.

Altholz aus Abbrüchen, Paletten und Möbeln ist in der Schweiz eine wichtige Quelle für Wärme aus biogenen Brennstoffen. Dabei wird zwischen Altholz und problematischem Altholz unterschieden. Letzteres kann beispielsweise mit Holzschutzmitteln, organischen Halogenverbindungen, Schwermetallen oder polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) belastet sein. Die LRV erlaubt seine thermische Verwertung nur in Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA).

Anlagen, die Altholz verwerten, sind dafür eigens ausgelegt: Sie müssen unter anderem Korrosion begrenzen und die Abgase wirksam reinigen. Häufig wird gleichzeitig Wärme und Strom erzeugt.

Herstellung

Altholz stammt von Abbruchbaustellen, ausgedienten Paletten und Möbeln oder aus Mischungen dieser Materialien mit naturbelassenem Holz. Unterschieden wird zwischen Altholz und sogenanntem «problematischem» Altholz. Letzteres umfasst auch Holz, das imprägniert oder mit Stoffen beschichtet ist, die bei der Verbrennung gefährlich sind.

Das Material wird mechanisch zerkleinert, damit eine möglichst einheitliche Korngrösse entsteht. Metallteile werden entfernt; bei Bedarf wird das Material zusätzlich gesiebt.

Arten und Qualitäten

Altholz kann aus behandeltem Massivholz sowie aus Holzprodukten und Holzwerkstoffen bestehen, sofern diese keine organischen Halogenverbindungen oder schwermetallhaltigen Stoffe enthalten.

Problematisches Altholz umfasst behandeltes oder beschichtetes Holz mit Holzschutzmitteln. Dazu zählen beispielsweise organische Halogenverbindungen sowie blei-, arsen- oder kreosothaltige Stoffe. Kreosot enthält polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK).

Die Abfalllisten des UVEK unterscheiden die verschiedenen Arten von Altholz und problematischem Altholz anhand von Abfallcodes. (Siehe … / Gibt es eine Bundesquelle, die diese Codes ähnlich wie die Broschüre der DGE Waadt zusammenfasst?)

Anforderungen

In der Schweiz ist Altholz in Anhang 5 Ziffer 3.1 Absatz 2 der Luftreinhalte-Verordnung (LRV) als Brennstoff definiert.

Die LRV unterscheidet zwischen Altholz und sogenanntem «problematischem» Altholz. Als problematisch gilt insbesondere Altholz, das:

  • unter Druck imprägniert oder mit organischen Halogenverbindungen beschichtet wurde;
  • Quecksilberverbindungen enthält;
  • intensiv mit Holzschutzmitteln wie Pentachlorphenol behandelt wurde.

Wird Altholz oder problematisches Altholz mit Holzbrennstoffen gemischt, fällt die Mischung unter die jeweilige Altholzkategorie. Problematisches Altholz darf nur in Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) thermisch verwertet werden.

Verstösse gegen diese Vorgaben können Sanktionen nach sich ziehen und die Umwelt erheblich belasten.

Lagerung

Altholz sollte auf befestigtem, undurchlässigem Boden und vor Regen geschützt gelagert werden, damit es keine Feuchtigkeit aufnimmt. Eine natürliche Belüftung hilft, eine Erwärmung der Haufen und damit die Brandgefahr zu begrenzen. Die Haufen sollten nicht zu hoch sein: Starke Verdichtung begünstigt Gärprozesse und Wärmeentwicklung. Zündquellen sind fernzuhalten. Durch regelmässige Messungen der Temperatur im Innern der Haufen lässt sich eine beginnende Selbsterhitzung frühzeitig erkennen.

Beschaffung

Bezugsquellen sind Recyclinghöfe, zugelassene Abbruchunternehmen und Anbieter biogener Brennstoffe. Die Herkunft der einzelnen Chargen muss nachvollziehbar sein, damit ausgeschlossen werden kann, dass unzulässige Materialien in die Mischung gelangen. Bei grösseren Lieferungen empfiehlt es sich, Analysezertifikate zu verlangen.

Bei der Wahl des Lieferanten zählen ausserdem eine verlässliche Versorgung und ausreichende Transportkapazitäten. Ein Vertrag mit klaren technischen Spezifikationen beugt Streitigkeiten über die gelieferte Qualität vor.

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